Devisenhandel für Anfänger

Der Handel mit Devisen wird für immer mehr Privatanleger interessant. Anfänger sollten auf einen guten Broker setzen und Lernbereitschaft mitbringen. Für die ersten Schritte im Forex Trading eignet sich nicht jede Handelsstrategie.

Ein wichtiger Erfolgsfaktor ist die Wahl des richtigen  Forex Brokers. Mit jedem Pip zusätzlichem Spread verlieren aktive Trader Monat für Monat viel Geld. Um gute von weniger guten Brokern zu unterscheiden, ist ein Blick hinter die Kulissen erforderlich.

Die meisten Anfänger landen bei Retail-Brokern, die zugleich als Market-Maker (MM) agieren. Die Verkaufsargumente dieser Broker sind fixe Spreads und hohe Einzahlungsboni sowie der Verzicht auf Kommissionen. Wer über einen MM handelt, handelt eigentlich gar nicht am Devisenmarkt. Der MM stellt laufend Ankaufs- und Verkaufskurse. Kauft der Kunde, verkauft der MM  et vice versa.

Daraus resultiert ein potenzieller Interessenskonflikt. Ob der MM durch Vorgehensweisen wie Stop-Phishing oder Requotes seinen Gewinn zulasten der Kundschaft erhöht, ist von außen schwer zu beurteilen. Wer sich für einen MM entscheidet, sollte deshalb auf eine zuverlässige Regulierung achten. Maßgeblich ist die zuständige Finanzaufsichtsbehörde. Als zuverlässig gilt z. B. Die britische FSA (Financial Services Authority).

Forex Broker und ihre Handelsmodelle

Der einzige echte Vorteil von MM sind die meist recht hohen Einzahlungsboni. Für die ersten Schritte mit einem limitierten Budget sind sie keine schlechte Adresse, zumal MM typischerweise sehr viel kostenloses Lehr- und Übungsmaterial zu Themen wie Technische Analyse, Wirtschaftsdaten, Strategie etc. zu Verfügung stellen. Einige Market Maker schließen zudem eine Nachschusspflicht aus – für „absolute Beginner“ ein Vorteil. Die potenziellen Interessenskonflikte wirken sich bei Kontogrößen bis in den unteren vierstelligen Bereich zudem weniger stark aus.

Wer dauerhaften Erfolg im Devisenhandel anstrebt, fährt mit Brokern ohne Dealing Desk besser. Hier handelt es sich um Broker im eigentlichen Sinne: Die Kundenorders werden ohne Händlerintervention weitergeleitet. Im Fall von STP-Brokern (STP=Straight Through Processing) werden die Kundenorders an einen Bankenpool weitergeleitet. STP-Broker bieten häufig, aber nicht immer variable Spreads an. Kommissionen können anfallen. Die Geld/Brief-Spanne ist dann abhängig von der Marktvolatilität, der Konkurrenzsituation im Bankenpool des STP-Brokers und der Tageszeit.

Eine Erweiterung des STP-Handelsmodells findet sich bei ECN-Brokern (ECN=Electronic Communication Network). Hier werden die Orders der Kunden an ein Netzwerk weitergeleitet, zu dem neben institutionellen Marktteilnehmern auch die Kunden des ECN-Brokers selbst gehören. Die Kunden fragen dann nicht nur Liquidität nach, sondern bieten sie auch an. Bei ECN-Brokern sind die Spreads variabel und können bei einzelnen Trades 0,0 Pips betragen. Dafür verlangen ECN-Broker für (meist degressiv gestaffelte) volumenabhängige Kommissionen.

Aller Anfang ist schwer: Die richtige Strategie für den Einstieg

Wenn ein guter Broker gefunden ist, braucht es eine leistungsfähige Strategie, weil Trading ohne Plan mit den im Forex Handel üblichen Hebelwirkungen  früher oder später (meistens früher)  zum Totalverlust führt.

Anfänger können erfolgreiche Strategien kopieren. In den letzten Jahren hat sich rund um den automatisierten Handel am Devisenmarkt ein respektabler Markt etabliert. Per Mausklick können Strategien auf dem eigenen Handelskonto eins zu eins umgesetzt werden, ohne dass zu dazu Präsenz am Bildschirm oder irgendwelcher Programmierkenntnisse bedarf. Bei  MT-4-Brokern stehen Expert Advisors zur Verfügung, die fertig übernommen oder in Eigenregie (weiter-)entwickelt werden können.

Jede Strategie hat ein Chance/Risiko-Profil und lässt sich im Hinblick auf die in der Vergangenheit erzielten Ergebnisse bewerten. Anfänger sollten auf Strategien setzen, die mental leicht durchzuhalten sind. Dazu zählen Strategien mit einer hohen Trefferquote, vielen kleinen Gewinnen und (per Stop-Loss) eng begrenzten Verlusten. Strategien mit langen Verlustserien und (wenigen) sehr großen Gewinntrades eignen sich eher für Fortgeschrittene und Profis.

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