Fundamentale Forex Analyse

Die Fundamentale Analyse versucht, die gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen zu erfassen und daraus Rückschlüsse für die Wechselkursentwicklung am Forex Markt zu ziehen. Schwerpunkt der Fundamentalanalyse sind deshalb makroökonomische Rahmendaten im weitesten Sinne. „Fundis“, wie fundamental orientierte Trader im Jargon bezeichnet werden, konzentrieren sich auf die Konjunktur und das Wachstum in verschiedenen Währungsräumen, auf die Inflationsentwicklung und die Zinspolitik der Notenbanken.

Grundlage der fundamentalen Analyse ist, dass Märkte rationalen Begebenheiten folgen und stets zu einem Gleichgewicht tendieren. So sollte nach gängiger Ansicht ein sinkendes Zinsniveau in einem Währungsraum dazu führen, dass die betreffende Währung gegenüber anderen Währungen abwertet und ihr Kurs demnach fällt. Der Grund ist nach fundamentaler Auffassung, dass Anleger weltweit immer versuchen, eine so hohe Rendite wie möglich mit dem ihnen zur Verfügung stehenden Kapital zu erwirtschaften. Deshalb werden sie ihr Geld immer in dem Währungsraum anlegen, in dem die die höchsten Zinsen erhalten. Sinkt nun beispielsweise in den USA das Zinsniveau, werden Anleger ihre Anlagen in Bankguthaben und festverzinslichen Wertpapieren dort abziehen und in einem anderen Währungsraum – also z.B. in Euro oder Pfund – anlegen. Dabei verkaufen sie am Forex Markt Dollar und kaufen andere Währungen, so dass durch den Angebotsdruck der Dollar an Wert verliert.

Für die Zinsentwicklung in einem Währungsraum ist die Zentralbank zumindest in der kurz- und mittelfristigen Perspektive der wichtigste Akteur, weil sie die Zinsen am Geldmarkt und ggf. auch am Rentenmarkt durch ihre Operationen direkt beeinflussen kann. Fundamentalanalysten beobachten deshalb das Tun der Währungshüter sehr genau. Darüber hinaus beobachten sie alle Größen, die für die geldpolitische Ausrichtung der Notenbank wichtig sind. Dazu zählen insbesondere Inflation und Wachstum. Eine hohe Inflation bewegt die Notenbank meist zu einer Straffung der Geldpolitik, während ein niedriges Wirtschaftswachstum meist dazu führt, dass geldpolitische Stimuli gesetzt werden. Wichtig sind deshalb auch alle Indikatoren, die Aufschluss über die zu erwartende Entwicklung von Inflation und Wachstum geben: Erzeuger- und Verbraucherpreise, Konsumklima, Geschäftsklima etc. werden von Fundamentalanalysten laufend beobachtet.

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